
Willkommen zur zweiten Ausgabe
der ¡DISFRUTA! La Palma
Natürlich gab es auch die eine oder andere Idee, das Magazin weiter zu verbessern. Wir haben uns dem angenommen – die Umsetzung dazu finden Sie bereits im neuen Heft: der komplett umorganisierte Gastro-, Freizeit und Kulturführer, jetzt auch mit Karten von der Insel sowie den Zentren von Santa Cruz, Los Llanos und El Paso. Die Orientierung auf der Isla Bonita wird dadurch – vor allem für Ortsfremde – nun um ein Vielfaches komfortabler.
Nein, er ist nicht retuschiert! Viele haben uns auf den Regenbogen des “Fotos der Edition” in unserer ersten Ausgabe angesprochen. Diesbezüglich fühlen wir uns der Wahrheit sowie der Ethik eines ehrlichen Journalismus verpflichtet. Was bedeutet: Unseren redaktionellen Fotos wird nichts künstlich hinzugefügt oder entnommen. Versprochen!
Wir hoffen, Sie haben auch an dieser Ausgabe wieder viel Spaß und nutzen den einen oder anderen Tipp, um die facettenreichen Gastronomie-, Freizeit- und Kulturangebote auf La Palma – ganz gleich, ob als Besucher, Resident oder Einheimischer – ausgiebig zu genießen.
Auszüge aus der aktuellen ¡DISFRUTA! La Palma


Rund 30 verschiedene dieser kulinarischen Highlights gibt’s seit Dezember im Montaíto in der Altstadt von Los Llanos (Location siehe Gastro-Guide). Zusammen mit einem palmerischen Wein oder einem Bierchen ein echter Genuss und (noch) ein Geheimtipp! ■
(Uwe S. Meschede)

(Uwe S. Meschede)

Carpe Diem macht Sommerpause
Das Restaurante Carpe Diem in Tazacorte macht vom 1. Mai bis zum 31. Juli Sommerpause.

Las Norias: Neue Öffnungszeiten
Das Restaurante Las Norias an der Cta. General Puerto Naos hat neue Öffnungszeiten: Täglich ab 16:00 Uhr, Sonntags ab 13:00 Uhr. Mittwochs geschlossen. Donnerstags ist Barbecue-Tag.

Bar Central: Neue Öffnungszeiten
Die Bar Central in El Paso hat neue Öffnungszeiten: Mittwochs bis Samstags ab 17:00 Uhr, Sonntags (Brunch) von 10:00 bis 16:00 Uhr. Montags und Dienstags geschlossen. Die Kurse und Workshops finden weiterhin auch an den Ruhetagen statt.

(Uwe S. Meschede)
Sie haben Interessantes, Informatives oder Neuigkeiten aus Gastronomie, Freizeit oder Kultur auf La Palma zu berichten?
Schreiben Sie uns eine E-Mail, wir sind daran interessiert:
Karnevalsmontag ist in Santa Cruz de La Palma El Día de Los Indianos, der Tag, an dem die nach Amerika Ausgewanderten wohlhabend in ihre Heimat zurückkehrten. Entsprechend die Kostümierung: die Damen in elegant-heller Robe, die Herren in kolonialem Weiß mit Panamahut. Und hie und da entdeckt man sogar den einen oder anderen rabenschwarzen Sklaven …
Was einst wertvolles Mehl, Schrankkoffer voller Dollars und dicke Habanos, mit denen die gut gekleideten Heimkehrer aus Kuba schamlos prahlten, sind am Día de Los Indianos Babypuder, Hartschalenkoffer und palmerische Puros.
Bereits früh am Vormittag verwandelt sich Santa Cruz am Día de Los Indianos in einen karibischen Hexenkessel: An jeder Ecke ertönt kubanische Live-Musik (allen voran Chan Chan von Compay Segundo), Mojito fließt in rauhen Mengen, und selbst wer gut aufpasst, kommt um das Babypuder nicht herum.


Sie kamen zurück als reiche Leute. Als welche, die ein Risiko eingegangen sind, als welche, die etwas vollbracht hatten. Und sie brachten etwas mit, was La Palma die darauf folgende Phase zu Ruhm verhelfen sollte: den Tabak und die Kunst der Zigarrenherstellung. – Die Rede ist von den vielen Tausend Emigranten, die La Palma im 19. Jahrhundert verließen, um der Armut zu entkommen und in der neuen Welt ihr Glück zu machen: in Kuba.
Der Zigarrendreher torcedor Timoteo Rodríguez Álvarez
demonstriert die Kunst der Zigarrenherstellung
im Museo del Puro Palmero
So ganz genau weiß wohl niemand, wo der Tabak seinen Ursprung hat. Es scheint aber, dass er aus Peru und Equador stammt und sich von dort aus auf dem gesamten amerikanischen Kontinent verbreitet hat. Eines steht aber fest: Perfektioniert wurde der Tabakanbau in Kuba.
Die Geschichte des palmerischen Tabaks beginnt im 19. Jahrhundert: Um ihre Familien auf der immer ärmer werdenden Isla Bonita ernähren zu können, flohen viele Palmeros nach Kuba, um sich dort vorwiegend als Vegeros, als Tabakpflanzer, zu verdingen. Was sie aber eines Tages von dort wieder mit in die Heimat brachten, war viel wertvoller, als der im Exil erhaltene Plantagen-Sold: die besten Tabaksamen der Welt, die Meisterschaft im Kultivieren der empfindlichen Pflanze, die Kunst der perfekten Komposition und Mischung der Blätter sowie der virtuose Umgang mit dem Halbmondmesser, der Chaveta, mit dem das Deckblatt einer Zigarre zugeschnitten wird.
Mit der Rückkehr der Emigranten, die noch immer jedes Jahr am Día de Los Indianos – am Rosenmontag – gefeiert wird, entstanden auf La Palma mehr und mehr Zigarrenmanufakturen – Chinchales -, die jahrzehntelang erfolgreich wirtschafteten – bis der Blauschimmel im Jahr 1967 alles zunichte machte. – Nur langsam erholte sich die Tabakwirtschaft danach. – Heute existieren auf La Palma nur noch wenige kleine Plantagen, einige Chinchales sowie eine Zigarrenfabrik.
Das im vergangenen Jahr eröffnete und mit viel Liebe gestaltete Zigarrenmuseum (Museo del Puro Palmero) in San Pedro/Breña Alta (Di. – Sa. 10:00 h – 13:00 h) vermittelt sehr eindrucksvoll alle Facetten der Geschichte des Tabaks – sowohl anhand von Exponaten als auch multimedial (Spanisch, Deutsch, Englisch). Auch die meisterliche Zigarrenherstellung wird nicht ausgelassen: Der 69-jährige Zigarrendreher – torcedor – Timoteo Rodríguez Álvarez gibt Kostproben seines Könnens.
Fazit: Unbedingt besuchen! ■
Das Museo del Puro Palmero in San Pedro/Breña Alta
Unübersehbar neben der Plaza Castilla und gegenüber der einstigen Schiffsanlegestelle am Strand, von der viele Palmeros seinerzeit in Richtung Kuba aufgebrochen sind, leuchtet in der Sonne die im warmen Gelb gestrichene Taberna del Puerto, von der einige fälschlicherweise noch immer glauben, dass sie mal eine Kirche war.
Das ehemalige Lagerhaus der heimischen Fischer und kubanischer Emigranten wurde in der ersten Hälfte der Neunzigerjahre liebevoll restauriert und in eine Begegnungsstätte verwandelt, die sich der Geschichte des Ortes verpflichtet fühlt und palmerische Tradition, kanarische Küche und gehobene Gastronomie in sich vereint. Alte Fotos und Überbleibsel im Gastraum der Taberna lassen die Geschichte des Hauses im Geist lebendig werden.
Bei solch tiefer Verwurzelung verwundert es nicht, dass das Küchenteam der Taberna nur aus Ortsansässigen besteht, die dafür Sorge tragen, dass der kanarische Charakter bei aller Modernität erhalten bleibt. Sogar der frische Fisch stammt unter anderem von anverwandten Fischern aus dem Ort.
Der Taberna-Salat.
Wenn die Küche dann gegen 12:00 Uhr öffnet, dauert es nicht lange, bis sich die besten Plätze füllen und die Speisekarte an den Tischen studiert wird. (Übrigens: Es gibt sogar eine wirklich gute Kinderspeisekarte!)
Fisch und Meeresfrüchte sind natürlich Schwerpunkt des Angebots. Beeindruckend die Vielfalt: Über 30 verschiedene Fischgerichte – von der Sardine über die Zahnbrasse bis zum Barracuda – werden selbst ausgefallenen Ansprüchen gerecht.
Doch auch Fleischliebhaber kommen auf ihre Kosten: Den kanarischen Schweinegulasch oder die fantastischen Steaks sollte man unbedingt probieren!
Und noch ein paar Tipps für den etwas kleineren Hunger: Der grillte Ziegenkäse mit Feigenmus, die Tapas-Variationen oder der Taberna-Salat sind allesamt ein echter Genuss!
Die Meeresfrüchte-Paella der Taberna ist ein Fest für die Sinne.
UWE S. MESCHEDE
Von Nord nach Süd
an der Westküste entlang:
Drei
Restaurants so
unterschiedlich,
wie die
Himmelsrichtungen

La Mata ist nicht nur der Name einer winzigen Bauernschaft auf dem Wege über die LP-1 von Barlovento nach Garafía, sondern auch der eines niedlichen Restaurants in diesem abgeschiedenen Örtchen.

Hier hat die gerade mal 29-jährige Yaiza, für deren symphathisches Lächeln sich die Fahrt dorthin allein schon lohnt, im August vergangenen Jahres (2011) das ursprüngliche Restaurant im Hause ihres Großvaters übernommen, umfassend modernisiert und ordentlich Hand angelegt.
Die liebevoll renovierten Gasträume und das in Yaizas Lieblingsfarben gestrichene Äußere machen einen frischen und attraktiven Eindruck, die Gartenterrasse lädt an warmen und windstillen Tagen zum gemütlichen Innehalten unter den herrlich duftenden Orangenbäumen ein.
Wie zu erwarten, ist der Service sehr aufmerksam und freundlich, die Speisekarte ist zweisprachig – Spanisch und Englisch – und die Weinkarte bietet für jeden Geschmack ein gutes Tröpfchen.

Die Speisen – wir waren mehrfach dort und haben uns „durchprobiert“ – entspringen hauptsächlich der traditionellen nordpalmerischen Küche und sind äußerst lecker: vom verschieden zubereiteten Garafía-Käse über Kroketten bis zur Weizensuppe mit Gemüse (Geschmackssache!) als Vorspeise, vom Ziegenfleisch über Kaninchen bis zum gegrillten Barsch als Hauptgericht, vom Tiramisú über den zuckersüßen Bienmesabe bis zum Mousse au Chocolat als Nachspeise.
Fazit: Wer im Norden unterwegs ist, sollte unbedingt am La Mata haltmachen, um dort die gute Küche des Nordens zu genießen!
Kaum zu verfehlen: Unterwegs auf der Hauptstraße von El Paso nach Los Llanos liegt das El Sombrero direkt in der Kurve an der prägnanten Abzweigung nach Fuencaliente/Los Canarios.
Von der schönen Terrasse kann man einen herrlichen Sonnenuntergang erleben und relaxt dem gemächlichen Feierabendverkehr hinterher blicken. Wem es hier jedoch – vor allem an den etwas kühleren Winterabenden – zu frisch wird oder wer den Geräuschen der Straße entkommen möchte, begibt sich in das gemütliche, mit warmen Farben gestaltete Kaminzimmer.
Ohne langwieriges Warten begrüßt Maartin seine Gäste sehr herzlich mit einem überraschenden „Gruß aus der Küche“ – immer eine leckere Kleinigkeit, die auf ein kulinarisches Erlebnis einstimmt.
Die Karte ist besucherfreundlich mehrsprachig gestaltet und hält neben einer wirklich guten Weinauswahl – natürlich gibt‘s auch diverse Biersorten und andere Getränke – bereits eine Reihe leckerer internationaler und französische-mediterraner Gerichte zu moderaten Preisen bereit.

Allwöchentlich stellen Femke und ihr Chefkoch zudem eine Wochenkarte mit leckeren Gerichten aus frischesten Zutaten der Saison zusammen. Allemal anraten können wir die Langustinos, die verschiedenen Entrecôtes und das Fischfilet mit Cashewnusssoße.
Nach alldem, was wir nicht nur selbst probiert, sondern auch von anderen Gästen gehört haben, können wir nicht nur, sondern müssen das El Sombrero unbedingt empfehlen!
Website: www.elsombrero-lapalma.com
In ihrem 2009 eröffneten „Themen“-Restaurant La Casa del Volcán vermitteln Eva Hernandez und Gatte David Lana ihren Gästen authentische Auszüge aus diesem Leben. Der Griff nach den Sternen inklusive.

Wer zum Vulkan San Antonio in Fuencaliente fährt, kommt automatisch auch zum Restaurant La Casa del Volcán, das direkt an der linken Seite in der Vulkanzufahrt und nur 200 Meter vom Vulkan entfernt liegt.
Eva Hernández und ihr Mann David Lana haben sich hier 2009 einen Traum erfüllt: In dem aus dunklem Lavastein gebauten Haus, das gleichzeitig Restaurant und Wohnstätte für die sympathische Familie ist und sich nahtlos in die steinige Umgebung einfügt, bieten die engagierten Gastronomen sowohl ihren jüngsten als auch den erwachsenen Gästen – je nach Saison – eine ganze Reihe authentischer Erlebnisse der Region und themenspezifische Veranstaltungen: Weinherstellung (Weinlese, Maischen, Keltern), Astronomie & Gastronomie, Degustationen und vieles mehr (Programm abrufbar unter www.lacasadelvolcán.es).
Doch auch in themenfreien Zeiten lohnt der Besuch allemal: Die Gasträume sind urgemütlich und laden zum längeren Verweilen ein, die Karte ist mehrsprachig, sowohl die Tapas als auch die Hauptspeisen sind ein gutes Stück einfallsreicher als üblich, die Dessertauswahl ist gut und der Service ungewohnt zuvorkommend. Hier ist der Gast wirklich mal wieder König!
Deshalb unsere uneingeschränkte Empfehlung: Unbedingt ausprobieren! ■


Deutsch
Spanisch
br >









